Yoga und Ayurveda auf Sri Lanka- ein Reisebericht

GODAK LASANAI!

Im Garten des Boutique Hotels fielen jeden Morgen strahlend weiße Blüten zu Boden.

Noch nie zuvor hatte ich solch hingehauchte Schönheit gesehen, ein wenig wie aus einer anderen Welt.

Vier  längliche weiße Blütenblätter  und aus ihrer Mitte verlaufend viele ganz feine Strahlen, wie ein Hauch von etwas, mit winzigen kleinen rosa Nadelköpfchen. So fein ist sie diese Blüte, dass sie erzittert wenn Du sie berührst und sie vielleicht sogar zerfällt, wenn  sie nicht behutsam genug in Deine Hände genommen wird.

Jeden Morgen lagen sie dort unter diesem  beeindruckenden Baum, der die Menschen vor den Wellen schützen soll. Der  angeblich stärker ist als die Riesenwelle, falls sie kommt. Der die Aufgabe hat Widerstand zu leisten, den Menschen die Angst nehmen soll. Diese Blüten lagen hier wie ein Geheimnis, ein Geschenk, das es zu verstehen gilt, und mit dem man sehr achtsam umgehen sollte.

 

Kaum versuchte man die Finger unter die Blüte zu schieben um sie aufzuheben, zerfiel sie auch schon sofern man nicht innigste Behutsamkeit walten ließ.

Am besten war es mit viel Liebe und Mitgefühl in die Knie zu gehen, dann den  Atem anhalten, Finger ganz behutsam darunter, um dann behutsamst die Blüte mit ihren unzähligen Zaubernadeln zu heben wie einen Schatz.

Ist dies gelungen, war atmen wieder erlaubt!

Da stand ich dann, und konnte einfach nicht verstehen, wie diese Blüte vom Baum zu Boden fallen konnte ohne Schaden zu nehmen und sie wohlbehalten dort liegen konnte, und kaum berühren sie diese Menschenhände, war es schon um sie geschehen.

Jedenfalls hatte ich damit die perfekte Achtsamkeitsübung der Woche gefunden.

 

Ein wenig dachte ich an den Film Avatar, aber nicht nur wenn ich die Blüten in der Hand hielt. Alles hier in diesem Garten, die Menschen, die hier arbeiten, mit  eingeschlossen, hatten diesen Hauch von avatarischem Paradies in ihrer Aura.

Es wurde zum täglichen Ritual.

So gegen 6 Uhr morgens öffnete ich  meine Augen  in meinem Himmelbett, begrüßt vom sanften Morgengemurmel der Wellen vor dem Garten und dem Gesang der Amseln und Raben.

Während ich noch  ein Danke auf den Lippen formte, schlüpfte ich in meine Flipflops , wandelte liebevoll die wunderschöne Wendeltreppe abwärts hinaus in den Garten und stand staunend vor den neu gefallenen Blüten.

 

Eine bekam  Ganesha, der Behüter der Leichtigkeit und Verhinderer von widrigen Umständen, auf den Bauch gelegt.

Die zweite brachte ich jeden Morgen ans Meer, um sie mit einem gehauchten danke für dieses Paradies und einem Segen an einen geliebten Menschen mit der nächsten Welle aufs Meer hinaus zu schicken.

So zart und zerbrechlich wie diese Blüte dachte ich dabei, wenn die Welle sie umspülte und sie dann zerfiel, so zerbrechlich ist auch unser Leben.

Während diese Gedanken noch in mir nachklangen ging sanft die Sonne auf und ihr Licht ließ die Wellen glänzen, die weiß schäumend am Strand brachen und ihre Strahlen begrüßten sanft meine Haut und sie sagten mir

„noch meine liebe bist Du am Leben- genieße mit uns diesen Augenblick!“

Und so wurde dies ein heilender Ort für mich, um mir der Vergänglichkeit bewusst zu werden und so jeden einzelnen Moment des Erlebens zu feiern!

Godak lasanai, dachte  ich, was „sehr schön“ bedeutet  auf Singhalesisch.

So fein wie diese Worte auf der Zunge zergehen, wenn man sie ausspricht- so in etwa war mein Dauergefühl von morgens bis abends, so murmelte es in mir: „sehr schön, sehr schön...“.

 

Heilende Hände

 

Ich gehöre zu den Menschen, die Berührung lieben und in meiner Phantasie hatte ich mir  in Wien immer nach dem Öffnen meiner Augen einen Masseur ans Bett gewünscht.

Wenn ich einen verwegenen Morgen hatte sogar zwei!

Ich könnte mich den ganzen Tag massieren lassen und bin immer erstaunt, wenn ich jemandem begegne, der diese Art von Berührung nicht mag.

Nun hier,  so sollte sich schon am ersten Morgen herausstellen, war ich im Schlaraffenland meiner Wohlfühlphantasien gelandet!

 

Wir bekamen am Frühstückstisch einen dunkelvioletten Morgenmantel mit einer wunderschönen Blüte in Orange- oder Rottönen darauf in unsere Arme gelegt.

Anbei ein Zettel mit den vorgesehenen Behandlungen.

Da gab es head massage, face massage, full body massage, nasya,

Abyanga, steam bath, herbal Bath, foot massage etc.

Mein absoluter Liebling aber war die Special full body massage-

Mein Traum wurde wahr!

Zwei Therapeuten arbeiteten synchron an meinem Körper. Sanft brachten sie zuerst gut duftendes warmes Öl auf meine Beine auf, um dann gekonnt gemeinsam die gleichen Massagestriche zu machen. Ich konnte sie mit geschlossenen Augen kaum in ihrer Arbeit unterscheiden, obwohl immer der eine anleitete und der andere folgte.

Ich gab die Beobachtung ohnehin gleich auf und sank tief in die genüssliche Wahrnehmung, einfach himmlisch!

Das ganze Team, fachfraulich von Bragitta geführt war so wohltuend liebevoll, behutsam, achtsam und respektvoll, dass man sich wahrhaftig in einem Märchen wähnte.

Jeden Tag von morgens bis abends lächelten sie uns entgegen und mit einem freundlichen „ hallo Madam“ sorgten sie für das nächste Wohlfühlerlebnis der Haut und der Sinne.

 

Der Stirnguß - Shirodara

 

Wahrscheinlich hat schon jeder von Euch von ihm gehört, aber wer hat ihn denn schon genossen? Noch dazu aus solch professionellen Händen?

Es bedarf schon ganz schön viel Fingerspitzengefühl das Ölkännchen sanft von einer Seite der Stirn so geschickt zur anderen zu führen, dass das lauwarme heilende Öl langsam genug und fein genug sanft über die Augen gleiten kann. Immer wieder von einer zur anderen Seite, sanft und gleichmäßig sollte der Strahl die Stirn berühren.

Es ist eine sinnliche Wahrnehmung, die sich mit Worten nicht beschreiben lässt.

Wenn dann noch eine so feine Hand wie die von Jandigar Dein drittes Auge und die Stirn sanft massiert, dann fühlst Du Dich sprichwörtlich wie im siebenten Himmel!

 

Die Wirkung der Behandlungen war enorm!

Fühlten wir uns in den ersten Tagen müde, so kamen danach die Symptome an die Oberfläche, um dann sich oft gänzlich zur Freude der Teilnehmer zu transformieren.

Und schwupp die wupp, waren da Unannehmlichkeiten, die uns über Jahre plagten einfach verschwunden

Das Ärzteteam war liebevollst bemüht den Behandlungsweg zu dokumentieren und immer wieder Behandlungen dem Zustand entsprechend anzupassen, zu erweitern oder zu verändern. Wir bekamen viele weise Tipps und auch die eine oder andere ayurvedische Medizin mit auf den Weg.

 

Zurück in Wien habe ich nun leider ein echtes Problem!

Ich leide unter Entzugserscheinungen, und damit diese auch wieder ein Ende finden, habe ich gleich das nächste Seminar fixiert. Es wird im März stattfinden, und das tröstet!rn so geschickt zur anderern zu g die sich nicht beschreiben lässtugen gleitet.

er Seite der Stirn so geschic

 

Austrian Beach- klingt das nicht wunderbar! - Die Aura einer Österreicherin

 

Das Austrian Beach Hotel war ursprünglich als privater Erholungsplatz erdacht gewesen, aber bald vermischte sich diese Vorstellung mit der mitfühlenden Idee auch den Einheimischen mit dem Bau zu dienen. So entstand dieser bezaubernde Wohlfühlort. Irgendwie erinnert das gediegen errichtete Haus an ein Bergchalet.

Es ist einladend, willkommen heißend, charmant, gepflegt, klein genug um gemütlich zu sein und stilsicher erbaut um wahrhaftig rüberzukommen.

Die Mischung aus österreichisch inspirierter Architektur und der liebevoll gestalteten künstlerischen Einrichtung eines einheimischen Kunstprofessors ließen eine reizende Verbindung der österreichischen und asiatischen Lebensart entstehen.

Erstaunlich , dass eine Frau allein, nur weil sie es wollte, weil ihre Begeisterung  und auch der Wunsch zu helfen groß genug war, all dies ins Leben holen konnte.

Bis heute spürt man  in den Räumen ihre Leidenschaft und ihr großes Herz.

Auch wenn sie nicht vor Ort sein kann, weht ihr Geist des Altruismus durch dieses Haus

Und wenn sich manchmal ein Eichkätzchen , ein Leguan oder ein Vogel ins Stiegenhaus verirren, und die Burschen mit Besen und Feingefühl versuchen, die kleinen Eindringlinge wieder in die Freiheit zu begleiten,  meint man einen Boten von ihr vor sich zu haben.

Vielleicht wird all dies mal nur mehr Geschichte sein, die Mauern vielleicht  vom Meer und Sand umspült, aber dennoch werden die Wellen weiterhin ihre Liebe und ihr Engagement weitertragen und ihre Geschichte erzählen.

 

Sanath, der Hotelchef, kennt die Geschichte dieses Hauses. In jungen Jahren schon  wurde er von Frau Wildschek unterstützt, und in alle Geheimnisse eingeführt.

Liebevoll, aber auch sehr klar und mit viel Engagement hält er die Ideen von Christl am Leben. Keine Entscheidung wird alleine gefällt, immer ist sie auch mit dabei, wo immer sie sich auch befindet.

Sie waren schon immer ein gutes Team, so wird es auch bleiben.

Da ändern auch Tausende Kilometer Distanz nichts daran.

Hurra wir Österreicher haben einen Strand und viele Menschen vor Ort einen guten Job und die Möglichkeit mit Europa in Verbindung zu treten!

 

Der Duft von wahren Künstlern - Papayas und Co.

 

Sollten wir bisher noch Zweifel gehabt haben nicht aristokratisch zu sein,

so verlieh uns spätestens das Küchenteam den Eindruck königlicher Abstammung zu sein! Wer sonst bekommt täglich das beste Essen nur für ihn ganz persönlich zubereitet?

Je nach unseren Doshas, die es laut Ayurveda auszugleichen gilt, hatten wir neben immer wieder neuen Reissorten kleine Schälchen mit verschiedenen Beilagen vor uns.

Manche davon durften wir teilen, andere waren nur für uns bestimmt.

Und alles was wir da auf unseren Tellern vorfanden war eine reine Gaumenfreude.

Nicht nur mit Liebe gekocht, sondern auch stilvoll mit viel Achtsamkeit auf den Tellern platziert , serviert und erklärt.

Wije, die Seele des Hauses versuchte uns nicht nur jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, sondern beantwortete uns auch jede Frage über Behandlungen und Essen, und wurde nicht müde, uns immer wieder ein uns unbekanntes Gemüse zu erklären.

All dies mit einem gelassenen Lächeln des Wissenden.

Ich fühlte mich wie ein kleines Kind. Es gab keinen Tag, keine Mahlzeit, wo meinen Gaumen nicht irgendein Geschmack erreichte, den ich noch nicht kannte!

Mein Gott, dachte ich, was hab ich denn all die Jahre gemacht und erfahren?

Wie wenig hab ich doch erst von diesem Paradies Erde gesehen und gefühlt!

 

Schon am Morgen begann dieses Abenteuer. Der  wundervolle Obstteller vor uns war gefüllt mit Früchten, deren Namen und Geschmack wir nicht kannten.

So also kann das Leben auch schmecken!

 

Ayabowan!

 

Long life and good health- dies wünscht man sich beim Abschied.

Die Hände gefaltet, der Kopf leicht gesenkt in einer sanft ehrenden Geste.

Es war so weit,  Zeit,  Abschied zu nehmen.

Wie immer am Ende eines Abenteuers,  schicke ich am Tag vor der Abreise meine Seele voran. Hier ist es ihr das erste mal schwer gefallen, erst als ich ihr versprochen habe wiederzukommen, löste sie sich lächelnd vom Paradies.

Mama ayata aderei hörte ich mich flüstern, als ich frühmorgens in den Hof trat und in unser Taxi stieg.

Vielleicht wird es niemand bemerken, wenn ich zurückkehre nach Wien.

Aber  in mir spüre ich es, jemand anders kehrt zurück, nichts wird mehr so sein wie zuvor.

Godak Lasanai klingt es in jeder meiner Zellen in tiefer Dankbarkeit für diese wundervollen Gelegenheiten, die sich mir öffnen durch meinen wunderschönen Beruf und die wertvollen Erfahrungen, die ich dabei in meinem Leben machen darf.

 

 

Das Schönste aber ist, ich kann sie mit Dir teilen, wenn Du dies möchtest!