Unser erstes Seminar in Dharamsala, Nordindien
19.-31.März 2011
Dharamsala, in Nordindien gelegen, ist seit Beginn der 60er-Jahre auch Heimat tausender Tibeter, die nach dem Einmarsch Chinas in Tibet 1959, hier ein neues Zuhause gefunden haben. Der Ort teilt sich in "Lower Dharamsala", in dem hauptsächlich Inder leben, und "Upper Dharamsala", wo sich die Tibeter angesiedelt haben. McLeodGanj, wie Upper Dharamsala eigentlich gennant wird, liegt auf 1830 Meter, am Fuße des Himalaya. Ein Traum für Naturfreunde und passionierte Bergsteiger. Und eben auch für Yogis wie uns.
Anreise
Rosi ist ja bereits eine Woche vorher nach Indien geflogen, um noch einige Vorbereitungen für das Seminar zu treffen. Ich, Roswitha, bin dann mit insgesamt 13 Teilnehmern am 19.3. Richtung Indien und auch ein bisschen Richtung Abenteuer geflogen.
Nach sieben Stunden Flug und 4,5 Stunden Zeitverschiebung sind wir um Mitternacht in Delhi gelandet, wo uns Rosi schon erwartet hat. Mit drei Autos ging es schließlich auf die lange Reise gen Norden. Diese dauert zwischen 9 und 13 Stunden, je nachdem, was einem so alles am Weg passiert. Wir haben gleich in den ersten Minuten erfahren dürfen, dass in Indien der Verkehr ein bisschen anders funktioniert, manchmal auch nur dann unfallfrei, wenn Rosi dem Fahrer ins Lenkrad greift, da der zu beschäftigt damit war zu telefonieren, anstatt das Auto vor sich zu bemerken, dass mitten auf der Autobahn beschlossen hat, ein wenig Pause zu machen. Spätestens da war uns allen klar, dass uns mit Rosi nichts passieren kann. Sie war ja durch die vielen Besuche vorher bereits Indien geprüft.
Nach elf Studen erreichten wir schließlich Dahramsala und unser wunderschönes Zuhause für diese zwölf Tage.
Unterkunft
Unser Quartier war etwas ganz Besonderes. Wir durften für die Dauer des Seminars im Tsechokling Kloster wohnen, das sich 300 Stufen unterhalb von McLeodGanj befindet.
300 Stufen, die einen in eine andere Welt führen. Im Gegensatz zum belebten, lauten Ort, ist es im Kloster wunderbar still und friedlich. Die 35 Mönche wecken einen schon früh morgens mit Rezitationen. Der wunderschöne Tempel war uns jederzeit zugängig.
Das Gästehaus wurde erst letzes Jahr gebaut und beinhaltet neben den schönen Zimmern auch eine toll ausgestattete Bibliothek.
Unser besonderer Dank gilt Thupten, dem Leiter des Klosters, der uns alle mit offenem Herzen empfangen hat und uns mit seiner liebevollen, fröhlichen Art unseren Aufenthalt noch einmal um so vieles schöner gemacht hat.
Yoga und Lu Jong
Die große Terasse des Klosters mit Blick über das gesamte Karga-Valley diente uns morgens und nachmittags für Yoga und Lu Jong. Früh morgens noch eingepackt in tibetische Socken und Decken, zeigte sich immer pünklich um halb neun die Sonne.
Die Umgebung des Klosters und der wunderschöne Ausblick machten das Üben zu etwas ganz Besonderem.
Wir haben viel erlebt diese zwölf Tage, sicher zu viel, um hier allles zu erzählen.
Unter anderem haben wir das medizinische Institut, ein Nonnenkloster und das Norbulingka Institut, eine Einrichtung zur Bewahrung traditioneller tibetischer Handwerkskunst, und ein tibetisches Kinderdorf besucht.
Höhepunkt waren mit Sicherheit der Besuch bei unserem befreundeten tibetischen Ärztepaar Kalche und Nemgyal, die sich für jeden von uns Zeit genommen haben, sowie unsere zweitägige Trekkingtour. Diese führte uns dank unserem Guide Ashok am ersten Tag auf knapp 3000m, wo wir von einem nepalesischen Koch verköstigt wurden. Der Berg war die ideale Kulisse, um sich erstmals auch am Tog Chöd, der tibetischen Schwertkunst, zu probieren. Der Abend endete mit einem gemütlichen Lagerfeuer und indischen, nepalesischen und österreichen Gesängen.
Am nächsten Tag ging es für einige noch weiter hinauf. Am 3400m hoch gelgenen Gipfel angekommen, wurden wir mit einem Blick belohnt, der sich einem nur selten bietet. Das Himalaya- Massiv im Rücken und das weitläufige Karga Valley vor uns, haben wir nicht nur im Schnee Spuren hinterlassen. Unsere tibetische Flagge weht nun dort oben. Gratulation noch einmal an alle, die diesen Aufstieg gewagt haben. Die Bedingungen waren alles andere als leicht. Schließlich ging es noch am selben Tag wieder hinunter, wo wir nach einem köstlichen Abendessen im Kloster alle erschöpft aber glücklich ins Bett fielen.
Viel Zeit haben wir natürlich auch im Ort selbst verbracht, der mit seinen vielen Cafés und Restaurants, aber auch mit den vielen kleinen Verkaufsständen lockt.
Abreise
Schweren Herzens mussten wir uns dann am Mittwoch, den 30.3. verabschieden. Die Mönche hatten zwei Abende davor noch extra für uns eine Pucha, eine buddhistische Zeremonie, abgehalten.
Die Zeit war natürlich viel zu schnell vergangen. Doch ein ganz besonderes Erlebnis sollte uns noch bevortstehen. Rosi wollte ja eigentlich eine Audienz beim Dalai Lama erbitten, jedoch war dies zur Zeit nicht möglich. Schließlich kamen wir dem Dali Lama aber doch noch ganz nahe, manche von uns zwar unwissentlich, aber doch. In der kleinen Maschine von Dharamsala nach Delhi hatten wir das große Glück, das auch der Dalai Lama an Board war. Rosi und ich saßen nur ganze zwei Reihen vor ihm. Wir können euch sagen, dieser Mann hat ein Lächeln!
Gleichzeitig waren wir uns einig, dass uns mit dem Dalai Lama und Rosi an Board nun wirklich nichts mehr passieren kann. Eines von vielen, wie es Tibeter nenn würden "guten Omen" in diesen zwölf Tagen.
Danke...
... an Thupten und das gesamte Team des Tsechokling Klosters für eure Gastfreundschaft, das köstliche Essen und eure Herzlichkeit.
... an alle Teilnehmer, dass ihr euch mit uns auf dieses Abenteuer eingelassen habt. Danke auch für euren rücksichtsvollen Umgang mit dieser euch neuen Kultur und das liebevolle Miteinander.
... Maria, Christiane und Julia, dass ihr die Stellung in Wien gehalten habt. Ohne euch wäre diese Reise gar nicht erst möglich gewesen.
Für alle, die jetzt Fernweh bekommen haben: es gibt bestimmt ein nächstes Mal!
Wir freuen uns schon sehr darauf.
Alles Liebe
Roswitha und Rosi
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Hier könnt ihr Rosi beim Tog Chöd, einer tibetischen Schwerttechnik, bewundern.
Tog Chöd bedeutet soviel wie " Gedanken zerschneiden" und ist als meditative Technik gedacht, die uns hilft alte Muster aufzulösen.
Als Zugabe hier noch die ganze Gruppe. Kleines Hoppala zum Schmunzeln inklusive!